MIPphest2026 10^ Festival Internazionale di fotografia e arti visive: ANTROPOGRAFIE MEDITERRANEE.Mappe dell’umano tra luoghi, memorie e appartenenze.
Organisiert von MIP - Matera International Photography APS - ETS

Veranstaltungssprache:
Nicht gesprochen
Kostenlose Veranstaltung
Beschreibung
Die MIP – Matera International Photography APS–ETS eröffnet am Donnerstag, den 25. Juni 2026, um 18:30 Uhr im Staatsarchiv Matera (Via T. Stigliani, 25). Ebenfalls am Donnerstag, den 25. Juni 2026, eröffnet die Gruppenausstellung „Mediterrane Anthropografien“, kuratiert von Maristella Trombetta, Professorin für Ästhetikgeschichte an der Universität Bari Aldo Moro.
Was ist ein Horizont?
Nicht eine Linie, die das Sichtbare begrenzt, sondern ein Versprechen von Bedeutung. Keine Grenze, sondern eine Schwelle. Der Horizont begleitet jeden unserer Blicke, ohne sich jemals zu erreichen; er weicht zurück, wenn wir uns nähern, und eröffnet uns so immer wieder neue Erfahrungsmöglichkeiten.
Aus dieser Intuition entstand „Mediterrane Anthropografien“, die Gruppenausstellung im Rahmen der zehnten Ausgabe des MIPphest2026 Festivals für Fotografie und Visuelle Kunst unter der künstlerischen Leitung von Antonello Di Gennaro.
Anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums stellt das Festival zum zweiten Mal vierzehn international anerkannte Künstlerinnen und Künstler – Melania Avanzato (Frankreich), Ruben Buhagiar (Malta), Carla Cantore (Italien), Michele Carmineo (Italien), Kevin Cascha (Malta), Antonello Di Gennaro (Italien), Enzo Ferrari (Italien), Zacharie Gaudrillot-Roy (Frankreich), Christian Gold-Kurz (Österreich), Maurizio Guarino (Italien), Marcela Grassi (Spanien), Pygmalion Karatzas (Griechenland), Maria Pansini (Italien) und Simonetta Prestinenzi (Italien) – vor die einfache, aber unerschöpfliche Frage: Was bedeutet es heute, im Mittelmeerraum zu leben?
Die Werke der Ausstellung beantworten diese Frage nicht durch Beschreibungen von Orten oder die Erfassung von Landschaften. Sie entwerfen vielmehr eine Phänomenologie des mediterranen Blicks, eine visuelle Reise, in der das Meer als Erfahrung, Erinnerung, Atmosphäre und existenzieller Zustand in Erscheinung tritt.
Das Mittelmeer, das diese Bilder durchströmt, entspricht keiner Geografie. Es ist ein gelebter Raum. Ein Netz von Beziehungen, das sich über die Zeit verfestigt hat. Ein mentaler und emotionaler Ort, an dem Zugehörigkeit, Migration, Abwesenheit, Begegnungen und Sehnsüchte ineinanderfließen.
Die Fotografien werden so zu sensiblen Landkarten. Sie weisen keine Wege, denen man folgen kann, sondern Erfahrungen, die es zu durchwandern gilt.
Jeder Künstler komponiert sein eigenes Mittelmeer aus scheinbar verstreuten Fragmenten: ein Licht, das eine Oberfläche streichelt, die Kontur einer Küste, eine menschliche Präsenz, die sich in der Landschaft auflöst, ein Detail, das die Last der Erinnerung trägt. Nichts Monumentales liegt diesen Bildern zugrunde. Vielmehr richtet sich die Aufmerksamkeit auf das, was entgeht, auf das, was am Rande der Erzählung verbleibt, auf jene atmosphärische Dimension, die jeder Definition vorausgeht und das unsichtbare Gewebe unserer Beziehung zur Welt bildet.
Wie zeitgenössische Reflexionen über Raum und Wahrnehmung gezeigt haben, bewohnen wir Orte nicht einfach nur, sondern werden von den Atmosphären, die sie erzeugen, durchdrungen. Landschaften sind keine neutralen Szenarien vor unseren Augen, sondern Felder emotionaler Resonanz, verkörperter Erinnerungen, Erfahrungen, die unser Fühlen und Verstehen prägen.
Aus dieser Perspektive erscheint das Mittelmeer als eine gewaltige kulturelle Atmosphäre. Ein Meer, das nicht trennt, sondern verbindet. Ein lebendiges Archiv von Zivilisationen, Sprachen, Gesten und Vorstellungen. Ein gemeinsamer Horizont, an dem Unterschiede und Nähe ständig aufeinandertreffen.
Der Titel der Ausstellung, wie auch das Thema des Festivals, verweist genau auf diesen Zustand der Offenheit. Horizonte sind fließend, weil unsere Welterfahrung fließend ist. Die Identitäten, die das Mittelmeer durchqueren, sind fließend. Die Erinnerungen, die von einem Ufer zum anderen wandern, sind fließend, ebenso wie die Erzählungen, die sich wandeln, und die Bilder, die immer wieder neue Interpretationen hervorrufen.
Die Werke der dreizehn Künstlerinnen und Künstler zeichnen kein einheitliches Bild des Mittelmeers. Im Gegenteil, sie vermitteln ihre vielschichtige, dynamische und unreduzierbare Natur. Gemeinsam bilden sie ein Gefüge von Perspektiven, das die Besucher dazu einlädt, ihre eigene Beziehung zur Landschaft, zur Erinnerung und zueinander zu hinterfragen.
Zehn Jahre nach ihrer Gründung feiert die MIPphest nicht nur ein Jubiläum, sondern eine Vision: die der Fotografie, die über die bloße Abbildung der Realität hinausgeht und zu einem Werkzeug des Wissens, der Erfahrung und der Fantasie wird.
„Mediterrane Anthropografien“ ist eine Einladung, an der Schwelle des Sichtbaren innezuhalten.
Zu erkennen, dass jede Landschaft eine noch unerzählte Geschichte birgt.
Und dass jeder Horizont, bevor er die Form der Welt darstellt, die Form unseres Blicks ist.
An der Eröffnung nehmen Pietro Sannelli, Direktor des Staatsarchivs, Carla Cantore, Präsidentin der MIP, Antonello Di Gennaro, Künstlerischer Leiter, Maristella Trombetta und die Künstler teil.
Diese Initiative wird durch die Unterstützung der Handelskammer Basilikata und des Staatsarchivs Matera sowie in Zusammenarbeit mit der Malta Photographic Society, dem MIPP Malta Institute of Professional Photography und der Federation of European Photographers (FEP) ermöglicht. Sie steht außerdem unter der Schirmherrschaft des Kulturministeriums, der Generaldirektion für Archive, der Archäologischen und Bibliographischen Aufsichtsbehörde der Basilikata, des Staatsarchivs Matera, der Stadtverwaltung Matera und der Stiftung Matera-Basilicata 2019.
Die Ausstellung ist bis zum 31. Juli 2026 für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich.
Informationen und Kontakte
Antonello Di Gennaro
Telefon: 3936500200