La Capitale RossoBlu Siderurgico di Irene Pucci
Organisiert von MIP – Matera International Photography APS ETS.

Veranstaltungssprache:
🇮🇹 Italienisch
Kostenlose Veranstaltung
Beschreibung
Am Samstag, dem 6. Juni 2026, um 17:30 Uhr, wird im Konferenzsaal des Nationalen Museums für Mittelalterliche und Moderne Kunst der Basilikata im Palazzo Lanfranchi das Buch „La Capitale RossoBlu Siderurgico“ (Die rote und blaue siderurgische Hauptstadt), ein Projekt der Künstlerin Irene Pucci, präsentiert. Die Veranstaltung wird von MIP – Matera International Photography APS ETS kuratiert.
Die Veranstaltung ist Teil des Programms von MIPphest 2026, dem 10. Internationalen Festival für Fotografie und Visuelle Kunst, und unterstreicht das Engagement des Vereins für „Matera – Mittelmeerhauptstadt der Kultur und des Dialogs 2026“, einen lebendigen Raum für den Austausch von Perspektiven, Praktiken und Bildwelten des zeitgenössischen Mittelmeerraums.
Die Autorin wird sich mit Carla Cantore (Präsidentin von MIP, Kuratorin und Professorin für Phototherapie im Masterstudiengang Neuroästhetik an der Universität Rom „Tor Vergata“) unterhalten. Antonello Di Gennaro (Art Director von MIP und professioneller Fotograf); Maristella Trombetta (Professorin für Ästhetikgeschichte an der Universität Bari „Aldo Moro“) und Lorenzo D’Addabbo (Sfera Edizioni).
Irene Puccis fotografische Arbeit entspringt einer autobiografischen Dimension und entfaltet sich zu einer intensiven und vielschichtigen visuellen Erzählung der Stadt Tarent. Eine Stadt, die sich dem Auge durch zwei symbolische und identitätsstiftende Ebenen präsentiert: zum einen das „rot-blaue“ Universum, verbunden mit der Bildsprache des Taranto Calcio; zum anderen die Präsenz des ehemaligen Ilva-Stahlwerks, das die urbane, soziale und emotionale Landschaft tiefgreifend geprägt hat.
Die Bilder oszillieren zwischen Zugehörigkeit und Distanz, zwischen dem, was im kollektiven Gedächtnis fortbesteht, und dem, was in der Gegenwart zerbricht. Die Stadt erscheint als ein Feld visueller und emotionaler Spannungen, wo Schönheit neben Wunden existiert und der Blick nicht bloß dokumentiert, sondern hinterfragt, was bleibt und was sich verändert. Mehr als eine Reportage ist das Buch ein Akt der Erinnerung: eine persönliche Reise, die zu einer gemeinsamen Erzählung wird. Ein intimer, partizipativer Blick, der individuelle Erfahrung in eine Form kollektiven Zuhörens verwandelt. Es entsteht eine Einladung, in der Vieldeutigkeit des Blicks innezuhalten, Vereinfachungen zu vermeiden und Taranto in seiner komplexen Wahrheit, „in seiner gleichzeitigen Stärke und Zerbrechlichkeit“, wiederzuentdecken.
Aus dieser Perspektive eröffnet der Band ein breiteres Reflexionsfeld über die Rolle Süditaliens im gegenwärtigen Mittelmeerraum, verstanden als ein Raum der Beziehungen, kulturellen Überschneidungen und der ständigen Neudefinition von Identitäten. Städte werden so zu sensiblen Instrumenten, die nicht nur ihr eigenes Bild vermitteln, sondern auch die Möglichkeit einer gemeinsamen Lesart der Gegenwart eröffnen. Der Dialog mit Matera fügt sich nahtlos in diesen Horizont ein. Auch Matera ist eine Stadt, die ihre Erinnerung erfolgreich in eine kulturelle Sprache verwandelt hat und ihre Geschichte so zu einer Form der Auseinandersetzung und des Dialogs mit anderen macht. Heute, in ihrer Rolle als „Mediterrane Kultur- und Dialoghauptstadt“, präsentiert sie sich als Ort des Zuhörens und der symbolischen Konstruktion, wo Unterschiede nicht addiert, sondern vielmehr herausgefordert werden.
Der zuvor erwähnte Vergleich zwischen Matera und Taranto ist daher ein notwendiger Schritt: Zwei süditalienische Städte, die trotz ihrer unterschiedlichen Entwicklungen die Fähigkeit teilen, ungelöste, offene und sich stetig neu definierende Vorstellungen hervorzubringen. Eine emotionale und kulturelle Geografie, die nicht nach Synthese, sondern nach Beziehung strebt. In diesem Sinne behauptet sich Kultur als Praxis der Verbindung: nicht als bloße Darstellung der Realität, sondern als Raum, in dem die Realität hinterfragt, neu interpretiert und der Gemeinschaft als Möglichkeit zurückgegeben wird. Irene Puccis Buch setzt sich intensiv mit dieser Spannung auseinander und bietet ein visuelles Mittel, das Bedeutung nicht verschließt, sondern sie erweitert.
Informationen und Kontakte
Für weitere Informationen zur Veranstaltung:
Carla Cantore
Telefon: +39 3482774207
E-Mail: info@materainternationalphotography.com